Nachdem meine vereinfachte, selbsttragende Leonardo da Vinci-Brücke bei allen bisherigen Maker Faires wirklich gut angekommen ist hab ich mir irgendwann mal gedacht wäre es nicht richtig leiwand diese Brücke auch groß zu bauen? Also so groß dass Kinder nachher drüber klettern können. Diese Idee habe ich dann gleich für die Maker Faire Vienna 2017 umgesetzt.

Since visitors of all Maker Faires where I have been displaying my models liked the self supporting Leonardo da Vinci bridge I thought it would be really awesome to make a bigger one. By big I mean at a scale that children can climb it when it is assembled. So I set off to realise it for the Maker Faire Vienna 2017.

Als ersten Schritt setzte ich, wie bei vielen anderen Projekten, auf einen Entwurf im CAD. Nicht dass bei einem Modell mit dieser Komplexität der Rechner unbedingt notwendig wäre, aber es macht vieles leichter. Ausgehend von meiner Wahl des Grundmaterials (Holzstaffeln mit 8x6cm im Querschnitt) und der gewünschten Länge der einzelnen Elemente von 1m konnte ich mir so sehr schnell die endgültige Form der Längsbalken durch die Variation des Kreisbogens auf dem die Querbalken liegen ermitteln. Die Einkerbungen und somit die Abweichung von der originalen Zeichnung habe ich aus Sicherheitsgründen gemacht, ich will keine instabile Brücke durch verrutschte Balken riskieren wenn Kinder darauf klettern.

Like for many other projects I started with a quick CAD sketch. Not that it is really neccessary for a model with a low complexity as this one but it simplifies a lot of things. Starting with the dimension of my chosen material (8x6cm wood beams) with a desired length of 1m I got the shape of the lengthwise pieces by a simple variation of the bridge radius. I chose the pieces with cutouts for safety reasons because I simply don’t want to risk an unstable bridge due to misplaced beams when children are climbing it.

Einen kurzen Besuch im Baumarkt später hatte ich den Kofferraum meines Autos voll mit Holz, alle Balken gleich vor Ort auf 1m abgelängt. Die Winkel und Längen der Endbearbeitung habe ich dann auf jeden Längsbalken übertragen, dabei unbedingt darauf achten immer doppelt so viele Längs- wie Querbalken zu machen, sonst bleiben beim Aufbau der Brücke Teile über. Mit der Kappsäge ließen sich die Enden im Anschluss einfach im richtigen Winkel zuschneiden, für die Einkerbung musste ich mir dann aber etwas einfallen lassen. Dafür habe ich erst im selben Winkel wie die Stirnseite bin dem Tiefenanschlag einen Einschnitt gemacht, bevor ich anschließend mit der Handkreissäge von der Stirnseite rechtwinkelig ebenfalls einen Einschnitt vorgenommen habe. Der Rest ließ sich gut mit dem Holzmeißel entfernen. Am Bild sind die Balken noch vor dem Bearbeiten mit der Handkreissäge zu sehen.

After a short visit to the hardware store where I got the beams cut to 1m each I had a trunk full of wood to work with. I took the pieces and marked all angles and dimensions of the end shapes keeping the ratio of 2 lengthwise to 1 piece across so I don’t have parts left over when building the bridge. With the miter saw I was able to cut each end to the correct angle, for the cutout I then used the end stop so I didn’t cut through. The right angle cut was done with the hand-held circular saw and afterwards I removed the remains with a wood chisel. In the picture you can see the beams without the circular saw cut.

Die mittige Einkerbung ist klassischerweise ein Fall für die Oberfräse. Nachdem ich aus Prinzip eher faul bin und keinen Anschlag machen wollte, habe ich das Sägeblatt der Kappsäge wieder senkrecht gestellt und dann viele Schnitte nebeneinander gesetzt bis der komplette Bereich freigeräumt war. Bei 16 Stück Längsbalken dauert das schon ein wenig.

The cutout in the middle is a typical application for the router but because I am lazy and did not want to build a guide I used the miter saw again by placing vertical cuts next to each other until I had the desired shape. It took quite some time since I had to do 16 pieces.

Auf der Maker Faire habe ich die Brücke schließlich vor dem Metalab-Dome, etwas abseits meines Stands, aufgebaut. Vor allem am Samstag waren die Besucher etwas zaghaft und trauten sich die Brücke nicht so wirklich ausprobieren. Dafür war dann am Sonntag richtig was los, ständig sind Kinder drüber geklettert, sie wurde immer wieder auf- und abgebaut.

I placed the bridge right in front of the Metalab dome at the Maker Faire. On Saturday people were a bit shy and didn’t really try the bridge but on Sunday there was always action on and around the bridge with children climbing and building it up and dismantling it again..


Die, mit den insgesamt 24 Balken vollständig aufgebaute Brücke hat sich als relativ gut belastbar herausgestellt, beim ersten Aufbau habe ich sie in der Mitte mit meinem Gewicht (70kg) belastet und das schien sie ohne Probleme auszuhalten, auch wenn sie sich recht beachtlich durchgebogen hat. Bei der Maker Faire habe ich deswegen eine Belastbarkeit von 50, maximal 60kg angegeben, was schon weniger ist als ich erwartet aber mehr als ich befürchtet hatte, trotz der Schwachstellen bei den Einkerbungen. Ein Grund ist sicher die wechselnde Qualität des Holzes, beim Zuschneiden war ein deutlicher Unterschied in der Dichte zwischen den Balken feststellbar. Sollte ich noch eine große Brücke bauen, werde ich einfach nur feinjähriges Holz nehmen, so sollte die Brücke auch locker Erwachsene tragen können.

The assembled bridge, consisting of 24 beams turned out to be quite stable, when I first assembled it and loaded it with my weigth (70kg) it bent a significant bit but withstood the load without problems. For the Maker Faire I decided a maximum weight of 50 to 60kg which is less than I expected but more than I feared it would be due to the cutouts. I suspect the main reason to be the varying quality of the wood, there were some really dense and heavy pieces. If I am going to build another bridge I’m gonna take care of a constant wood quality so everyone can climb it.
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