Manche Projekte beginnen mit einer Idee der Art „Wäre es nicht lustig wenn…“. Zu Beginn klingen sie nach wenig Arbeit und entwickeln sich dann zu genau dem Gegenteil. Dieses ist ein Projekt dieser Art. Heuer im Winter wurden und im Zuge der Renovierung des Hauptraums im Metalab die alten, kaputten Spanplattentüren des Serverschranks (also die Mauernische mit der Netzwerkinfrastruktur) entsorgt, da dachte ich mir dass es doch recht lustig wäre wenn da eine Altbau-Doppelflügeltür hinkäme. Gedacht, Getan und eine passende Tür wurde auf Willhaben aufgetrieben, ins Auto geschlichtet und nach Wien ins Metalab gebracht.

Some projects start with words like „Wouldn’t it be funny if…“. Also at first they just seem to be really easy before they develop into the exact opposite. This project is one of these. When the main room at Metalab was renovated in winter this year they also removed the old, broken doors from the server cabinet (the alcove which houses the network infrastructure). I thought it would be a funny idea to replace them with a double door in Gründerzeit style. So I found a matching door on Willhaben, stuffed it into the car and brought it to Vienna to Metalab.

Bei der Tür war kein Rahmen dabei, da sich dieser sicher noch im Gebäude wo die Tür ausgebaut wurde, befand oder bei der Demontage zerstört wurde. Also hieß es selbst bauen, als Material wählte ich, aufgrund der höheren Festigkeit, 5x8cm Staffeln aus Lärchenholz, womit die, nennen wir es Herausforderungen, begannen. In die Staffeln musste als erstes ein Türfalz eingeschnitten werden. Mit einer kleinen Handkreissäge versuchte ich mich daran und mit einigen, überhitzungsbedingten Pausen verschaffte ich den Balken passende Falze.

It had no door frame because that was probably still in the building they took it from or destroyed when disassembling the door. That meant I had to build it on my own. I chose larch wood beams with 5x8cm because of the high strength of this wood type. The so called challenges started with that choice of material. Since I wanted a proper door frame the beams needed rabbets. With the help of a small hand-held circular saw I cut the grooves with just a few pauses caused by overheating of the saw.

Die Balken habe ich anschließend nur noch mit Gehrungsschnitten auf das richtige Maß gebracht, mit je 2 Bohrungen für Dübel versehen…

The beams were then cut to length, mitred and got 2 wood dovels…

…. bevor ich sie miteinander verleimte und mittels mit 2K-Mörtel eingeklebter Gewindestangen an der Wand montierte. Zur Fixierung kamen, aufgrund eines Mangels an geeignetem Werkzeug, recht fragwürdige Methoden zum Einsatz. ;)

…before I glued them together. The frame then was mounted on the wall with 2K cement and threaded rods. Due to a lack of apropriate tools I used the availiable ones in shady ways to hold the frame in place.

Aus dem Reststück eines Staffels wurde noch ein Querbalken welcher zur Stabilisierung des oberen Türrahmensegments in die Nische montiert wurde.

A leftover beam was put to use as a crossbeam to stabilise the upper part of the door frame.

Nachdem der Türrahmen für’s erste mal fertig war stand dann die nächste Herausforderung bevor: Die Türangeln. Offensichtlich waren Türangeln mit Standardabmessungen vor 100 Jahren noch nicht so verbreitet, jedenfalls liessen sich keine Türangelunterteile mit passendem Zapfendurchmesser auftreiben. Also ging ich den einzig logischen Weg: Ich habe passende Unterteile mittels CAD entworfen und ließ sie in Stahl 3D-drucken. Dabei nutzte ich die Freiheiten, welche mir die Fertigung mittels LSS lässt und konstruierte die Teile zwar von der originalen Zapfenform inspiriert, verpasste ihnen aber noch ein Spiral- und Voronoi-Muster.

Now that the door frame was kind of finished I faced the next challenge: the door hinges. It seemas that hinges weren’t standardised parts 100 years ago since I couldn’t find any matching pieces with a similar hinge diameter. So I did the obvious: I designed matching pieces with my CAD software and got them printed in steel. That way I could benefit from the geometric freedom the LBM process offers and made them in the shape of the original ones but added a spiral an Voronoi pattern.

Während diese Teile auf einen freien Platz in der LSS-Anlage warteten, gingen die Arbeiten am Türrahmen natürlich weiter. Mit einer Schablone aus dem FDM-Drucker habe ich derweil die Löcher zur Montage der Türangeln gebohrt. Nachdem ich geplant hatte dafür metrische Schrauben zu verwenden, brauchte ich auf der Rückseite noch eine Möglichkeit eine Mutter zu platzieren. Mittels Holzmeißel habe ich die Bohrungen zu einer quadratischen Vertiefung aufgeweitet, in welche ich entsprechende Stahlteile mit Innengewinde einlegte. Nach diesem Schritt verpasste ich dem Türrahmen die ersten Schichten farblich zu den Türen passendem Lack.

While the hinges were waiting for a free slot in the LBM machine of course the work on the door frame made some progress. I made a template on the FDM printer and used it to drill the mounting holes into the frame. For that I planned to use metric screws so on the back side space for the nuts were needed. With a chisel I widened the holes into a square shape where a similar shaped steel piece with a thraded hole was placed. Afterwards the frame got the first layers of matching paint.

Aufgrund der Art der Befestigung prangten an den seitlichen Balken groß die Bohrungen, die ich daher einfach mit passenden Abschnitten von Rundmaterial verschloss, verschliff und übermalte.

Sice I had mounted the frame with threaded rods the washers and nuts were prominently visible on the outside. I just cut pieces off an matching round wood to close the holes, then sanded and painted over them.

Wie bereits erwähnt galt scheinbar früher keine Norm für Türbänder, daher weichen die Bohrungen bei den, an den Türblättern angebrachten, Teilen auch untereinander in Durchmesser von einander um fast 1mm ab (12,5 – 13,5mm). Als Lösung dafür habe ich einfach in die LSS-Teile gedrehte Zapfen mit 11mm Duchmesser eingesetzt. Für die Bohrungen habe ich Gleitlagerbuchsen aus Teflon gedreht und für jede Angel einzeln angepasst. Mit diesen Teilen habe ich die Türen schließlich einsetzen können.

As I mentioned before it seems that door hinges weren’t standardised parts in the past so even the individual hinges on the doors were off by about 1mm (12,5 – 13,5mm). My solution for that problem were pins, made on the lathe with a diameter of 1mm which were pressed into the LBM parts. For the door part of the hinges I turned sleeve bearings from Teflon, matching the individual bores. Finally I was able to mount the doors on the frame.

Um den rechten Türflügel und damit die ganze Doppeltür schließen zu können habe ich noch ein Blech in den oberen Balken des Türrahmens eingesetzt.

In order to have the right door and therefor the whole double door stay closed I screwed a small piece of sheet metal into the upper beam.

Nachdem ich schließlich das fehlende Glas des rechten Flügels mit einer Polycarbonatscheibe ersetzt hatte, war das ganze Projekt endlich fertig. Den Vergleich vom Vorher zum Endergebnis habe ich noch mit einer kleinen Animation gemacht.

The last step was replacing the missing glass in the right door with a polycarbonate sheet. I made a small animation showing the difference of how the server alcove looked without and then with the doors.

Nach nur 5 Monaten (mit einiger Wartezeit auf verschiedene Teile) ist damit dieses Projekt für mich abgeschlossen, wobei ich in dieser Zeit einiges über die Holzbearbeitung, meine CAD-Kenntnisse und die Probleme mit alten Türen gelernt habe. Ich kann solche Art von Projekten jedem nur empfehlen, man weiß vorher nie was man dabei alles lernen wird (ob man will oder nicht). ;)

After only 5 months (with some delay because I was waiting for some parts) this project is now finally done. It was still very interesting and I learned a lot about woodworking, CAD modelling and the problems with old doors. I can highly recommend tackling such projects since you never know what you will learn in the process (even if you don’t want to). ;)
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